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Spiel des Monats – Final Fantasy XIII

Endlich ist es da! Das am sehnlichsten erwartete Video-Spiel 2010! Die erfolgreichste Rollenspiel-Reihe Final Fantasy von Square Enix geht in die dreizehnte Runde. Lange genug hat‘s gedauert und schon vor dem Erscheinungstermin war die Sammler-Edition nahezu ausverkauft. Viele Elektronik-Märkte und Internet-Shops freuten sich über die zahlreichen Vorbestellungen. Und die Fans konnten es kaum erwarten. . . Von Kerstin Stilkenbäumer

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Die Geschichte spielt in der Welt von Pulse, in die man geradezu hineinstolpert. Man ist sofort mitten im Geschehen und trifft die von Square Enix als „weibliche Verkörperung von Cloud aus FFVII" bezeichnete Heldin namens Lightning. Sofort fallen einem die liebevoll gestalteten Charaktere ins Auge, zum Beispiel hat Sazh, der Begleiter Lightnings mit Afro-Frisur, ein kleines Chocobo-Küken in seiner Haarpracht versteckt. Gleichzeitig weiß man gar nicht wo man zuerst hinsehen soll, weil man so überwältigt ist von der gestochen scharfen HD-Welt und detailgetreuen Gestaltung. Das Game wirkt wie ein einziges Feuerwerk, das das Grafikpotenzial der Play Station 3 vollkommen ausnutzt. Das Kampfsystem ist das altbewährte Active-Time-Battle-System, das die FF-Reihe so erfolgreich machte. Jedoch gibt es einige spannende Neuerungen. So gibt es nun keine Zufallskämpfe mehr, sondern die Gegner sind wie bei FFXII in der Umgebung sichtbar. Trotzdem bleibt der Kampf rundenbasiert, während man dem jeweiligen Anführer der Gruppe Befehle erteilt. Die anderen Mitglieder agieren selbstständig. Der Anführer und die Gruppenzusammenstellung ändern sich je nach Situation, so dass man nicht nur Lightning steuert. Die ATB-Leiste wurde in Abschnitte unterteilt, auf die verschiedene Angriffe verteilt werden können. Dadurch wird das Kampfsystem actionreich aufgelockert und im weiteren Spielverlauf kommen mehr Möglichkeiten, wie zum Beispiel Magie und die sogenannten Paradigmen dazu, die verschiedene Rollenverteilungen der Kampfmitglieder beinhalten.

Aber zurück zur Geschichte: So wirklich erfährt man noch nicht worum es geht. Es steht nur so viel fest: Über Pulse schwebt eine weitere Welt namens Cocoon, in die die Menschen angeblich evakuiert werden sollen, da Pulse zu gefährlich geworden ist. Doch einige Widerstandskämpfer, darunter auch Snow und seine Widerstandsgruppe NORA, erkennen den wahren Grund dieser Aktion, die man Purgation nennt. Die Menschen sollen sortiert werden, nur die starken haben das Recht auf eine neue Welt. Deswegen tobt ein Krieg zwischen Soldaten und Widerstandskämpfern, in den die Proteste der Zivilisten einfließen. Unter diesen Zivilisten sind auch der Junge Hope und das quirlige Mädchen Vanille. Hopes Mutter schließt sich der Widerstandsgruppe an und kommt dabei ums Leben. Fortan macht Hope Snow für ihren Tod verantwortlich und hasst ihn abgrundtief, traut sich jedoch nicht, ihm dies mitzuteilen. Die Optimistin Vanille leistet Hope derweil seelischen Beistand und so kommt es, dass die beiden sich nach einer Weile Snow anschließen, um ihm bei der Suche nach seiner Verlobten im Fal‘Cie zu helfen, auch wenn Hope dies eher missfällt.

Das sogenannte Fal‘Cie wählt einzelne Menschen aus, die für es ein Ziel erreichen müssen. Die Menschen die dazu auserkoren werden, tragen fortan ein Stigma und werden L‘Cie genannt. Es gibt nur einen Haken: Sobald man ein L‘Cie ist, muss man seine Aufgabe erfüllen. Schafft man dies, verwandelt man sich in Kristall und erhält ewiges Leben. Misslingt diese Mission jedoch, wird man zu einem seelenlosen Ghul. . . Außerdem ist jeder L‘Cie automatisch ein Feind von Cocoon, da jeder L‘Cie mit dem Fal‘Cie in Verbindung steht. Man hat kein Recht mehr auf Leben, da man als Bedrohung gilt. Lightning ist auf der Suche nach ihrer Schwester Serah, die ebenfalls eine L‘Cie ist und auch Serahs zukünftiger Ehemann, Snow, sucht nach ihr. Als Serah endlich im Inneren des Fal‘Cie gefunden ist, kann sie ihren Freunden nur noch mitteilen, dass sie Cocoon retten sollen und im nächsten Moment erstarrt sie zu Kristall. Während Snow daran glaubt, dass Serah noch lebt, ist sie für Lightning gestorben und so verliert die Heldin des Games alle Hoffnung. Plötzlich zeigt sich das Fal‘Cie als eine Art Mecha-Wesen, gegen das die Truppe kämpfen will. Als sie es besiegen verwandelt sich der komplette See unterhalb des Fal‘Cie in eine Kristalllandschaft. Durch die Auflehnung gegen das Fal‘Cie werden alle Gruppenmitglieder zu L‘Cie und sehen in einer Vision das Monster Ragnarök. Doch sollen Sie dieses nun zerstören oder mit seiner Hilfe Cocoon oder gar Pulse retten? Serah erfüllte ihr Ziel indem sie der Truppe mitteilte Cocoon zu retten, also dürfte das Ziel normalerweise klar sein. . . oder nicht? Besonders Hope ist sauer und verwirrt über die Wendung und macht die anderen dafür verantwortlich überhaupt in das Ganze hineingezogen worden zu sein. Denn ein L‘Cie zu sein gilt als Fluch, doch immerhin können die Gefährten nun Magie wirken und ihre Kampffähigkeiten steigern.

Damit kommen wir zur Weiterentwicklung der Charaktere. Im Kristarium werden die verschiedenen Laufbahnen, die eine Figur einschlagen kann, angezeigt und können auf einer Art Karte, die durch Kristalle dargestellt werden, gestärkt werden. Diese Laufbahnen sind zum Beispiel Brecher, Verheerer oder Heiler. Das Kristarium erinnert sehr an das Sphärobrett aus dem zehnten Teil der Spiele-Reihe und bietet verschiedene Richtungen, die ein Charakter einschlagen kann, damit man die zahlreichen Kämpfe strategisch gut übersteht. Im Menü kann man außerdem immer neue Daten nachschlagen, die offene Fragen über die Charaktere und die Welt in der sie leben, beantwortet. Ab und an schwelgt einer der Charaktere in Erinnerungen und dabei wird von den 13 Tagen vor Beginn der Spielhandlung erzählt. Bruchstückweise erkundet man so die Vergangenheit der Figuren. Doch vor allem Lightning und Snow bekriegen sich mehr und mehr und der Zusammenhalt der Gruppe ist eher fraglich. Verzweifelt bleibt Snow bei Serah zurück und versucht diese aus dem Kristall zu befreien. Die Gruppe zerbricht also bereits an dieser Stelle. . .

Am beeindruckendsten und nicht zu vergessen: Die Bestia! In keinem Final Fantasy Teil dürfen sie fehlen, die mächtigen Aufruf-Wesen. Was wäre ein Final Fantasy ohne Bahamut, Shiva, Alexander und Co? Doch der dreizehnte Teil der Spiele-Serie hält eine besondere Überraschung bereit: Die Bestia erscheinen in Form von Fahrzeugen und anderen Transportmitteln. Snow ist der erste, der es mit einer Bestia zu tun bekommt. Erstmals tritt die Eisgöttin Shiva als Zwillingsschwesternpaar auf und nun gilt es für Snow herauszufinden, wie man diese besänftigen kann. Die sogenannte Metamorph-Anzeige muss gefüllt werden. Doch einfach draufkloppen ist nicht: Die Bestia bevorzugen verschiedene Strategien, die der Held einschlagen muss. Das Todesurteil, das die Bestia über den jeweiligen Helden, hier Snow, spricht, startet einen Countdown. Vor Ablauf der Zeit muss die Bestia besänftigt werden. Doch dank der neuen Continue-Funktion kann man auch nach einem Fehlschlag ein weiteres Mal den Kampf beginnen und herausfinden, was genau die Metamorph-Anzeige füllt. Ist Shiva erst einmal überzeugt, führen die beiden Schwestern eine Transformers-ähnliche Verwandlung durch und vereinen sich zu einem heißen Motorrad!

Mein Eindruck der ersten Spielstunden ist ein sehr positiver und ich bin gespannt, wie sich die Geschichte weiterentwickeln wird. Für FFXIII kann es nur eine klare Kaufempfehlung geben, vor allem für eingefleischte Fans. Für absolute Neulinge könnte es etwas kompliziert sein, sich in das Spiel einzufinden, doch unmöglich ist es natürlich nicht. Nicht umsonst bekommt dieses Meisterwerk in nahezu allen Bewertungen Bestnoten. Demnächst sollen noch weitere Teile wie FFXIII Versus und FFXIII Agito folgen, die mit diesem Teil der Spielereihe nichts zu tun haben werden. Doch alle Spiele werden sich mit Kristallen beschäftigen. Erhältlich ist dieser Teil der Reihe für ca. 60 Euro und als Sammleredition für etwa 90 bis 100 Euro (PS3-Version). Das offizielle Lösungsbuch kostet etwa 20 Euro und auch hier gibt es eine Collector‘s Edition für ungefähr 26 Euro.

Artikel vom 16.03.10 - 18:00 Uhr
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