Das „Daimonion" ist ein geheimes Buch, dass der Vater der Hauptfigur Melissa im Kölner Dom versteckt hat. Durch eine hinterlassene Postkarte, die die Koordinaten des Doms aufweist, findet sie schließlich, beobachtet von einer mysteriösen Gestalt, das „Daimonion" unter dem Altar. Doch sie ahnt nicht, was sie dadurch freigelassen hat. . . Von Kerstin Stilkenbäumer
In Köln tobt derweil der Zweite Weltkrieg, und die Menschen leben teilweise auf der Straße und sind stetig auf der Suche nach Essbarem. In dieser Zeit öffnet Melissa nun das „Daimonion" und gerät so mehr oder weniger unfreiwillig in eine immer mehr verzwickte Lage. Noch dazu wird ihre beste Freundin Xin, eine Chinesin, urplötzlich von Baba Yaga entführt, einer Art menschenfressenden Hexe der russischen Mythologie. Immer mehr Rätsel tun sich auf, und dann taucht auch noch dieser gutaussehende Typ auf. . . mit einem Flügel. . . und einer kulinarischen Vorliebe für Kakerlaken und anderes Kriechzeugs. Auf Melissas Frage, wer oder was er überhaupt sei, antwortet er nur: „Ich bin Cebrail, dein Daimonion" und wirft somit nur noch mehr Rätsel auf. Kurzerhand flüchtet er mit Melissa in die Kanalisation, doch die beiden geraten direkt in Baba Yagas Falle. . .
Woher kommt Cebrail überhaupt? Wieso Menschenfresser?! Einst gehörten solche und andere Wesen zur Menschenwelt, doch die Menschen haben sie verdrängt und verbannt. Melissa hat ein längst vergessenes Buch der Dämonen geöffnet. . .
Eigentlich halte ich nicht viel von nicht-japanischen Manga, aber es gibt gewisse Ausnahmen. „Domicile" ist eine dieser Ausnahmen. 2009 habe ich den Zeichner auf der Connichi (der größten von Fans für Fans organisierten Manga-/Anime-/Japan-Convention des Animexx e. V) getroffen und ihn in mein Con-Hon (eine Art Poesie-Album für Manga-Fans, in das Bekanntschaften und Mangaka zeichnen und/oder schreiben) zeichnen lassen. Ich war sofort fasziniert von seiner schnellen, lockeren und dennoch nahezu perfekten Art, zu zeichnen. Zu der Zeit kannte ich Robert Labs Manga noch nicht. Vor kurzem habe ich mir dann die „Perfect Edition" gekauft, die Hard-Cover Version inklusive Notizbuch. Das Notizbuch ist so gestaltet wie das „Daimonion", das in „Domicile" eine große Rolle spielt.
Robert Labs Manga überzeugt mit einer fesselnden Spannung und einem wahnsinnig guten Zeichenstil. Man möchte sofort weiterlesen und wissen, wie alles zusammengehört. Ein sehr empfehlenswerter Manga eines deutschen Mangaka, dem ich durchaus einen großen Erfolg zutraue. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung. Erschienen ist der erste Band bei Tokyopop für die üblichen 6,50 Euro und als Perfect Edition für 14,95 Euro. Exklusiv in der Perfect Edition erhält man einen Einblick in Robert Labs Skizzenbuch. Seine sehr detailgetreuen Skizzen beeindrucken durch starke Aussagekraft.
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