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Lipke sieht Playoffs nicht in Gefahr


Niederlage in Ulm, Niederlage gegen Vizemeister Telekom Baskets Bonn – den Eisbären Bremerhaven geht auf der Zielgeraden der Hauptrunde in der Basketball-Bundesliga anscheinend die Luft aus. Die Mannschaft ist drauf und dran, ihren Playoff-Platz noch zu verspielen. Von Oliver Riemann


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Kapitän Jan Lipke gab den Eisbären vor allem im zweiten Viertel gegen Bonn in der Verteidigung viel Energie. Im dritten Durchgang, als ihn das Team dringend gebraucht hätte, kam er nicht mehr zum Einsatz. Foto eer

Mit solch haarsträubenden Defensivleistungen wie bei der 90:91-Niederlage gegen Vizemeister Bonn am vergangenen Freitag und zuvor in Ulm dürfte es für die Truppe von Chefcoach Doug Spradley am Ende der Hauptrunde nicht für einen der ersten acht Plätze der Tabelle reichen. Denn die Konkurrenz hat aufgeholt.

Den Einzug ins Viertelfinale hatte zwar vor der Saison auch niemand erwartet – die Bremerhavener sind schließlich nur durch eine Wildcard in der Liga geblieben –, aber die Mannschaft besitzt genug Potenzial und Talent, um zu den besten acht Teams der Liga zu gehören. „Das haben wir oft genug bewiesen“, sagt Kapitän Jan Lipke.

Aber auch der dienstälteste Eisbären-Akteur hat so recht kein Patentrezept parat, weiß nicht genau, „warum wir sowohl in Ulm als auch gegen Bonn zehn Minuten lang die Arbeit in der Verteidigung eingestellt haben“. In Ulm kassierte der Tabellen-Siebte im ersten Viertel 32 Punkte, gegen Bonn waren es im dritten Viertel sogar 34 Zähler. Und dieser Rückstand war dann nicht mehr aufzuholen, auch wenn es in beiden Partien am Ende noch einmal knapp wurde.

Die Aufholjagden kosten auch Kraft, „unnötige“, wie Lipke findet. Er selbst macht sich noch nicht großartig Gedanken. „Wir werden die Playoffs packen. Das wollen alle in der Mannschaft“, sagt der gebürtige Hamburger. Da klingt kein bisschen Zweifel mit.

Er selbst könnte dazu beitragen, denn im zweiten Viertel gegen den deutschen Vizemeister war Lipke gerade in der Verteidigung ein Aktivposten. Im Angriff spielte Lipke ruhig, eher etwas zurückhaltend, besann sich ganz auf seine Defensivstärken.

Nur schade, dass Spradley ihn gerade im dritten Viertel, als alle Dämme brachen und den Eisbären die Dreier der Bonner nur so um die Ohren flogen, nicht wieder aufs Parkett schickte. „Das hätte ich tun sollen, ich weiß nicht, warum ich es nicht getan habe“, sagte der Trainer später.

Was zeigt, dass auch Trainer nur Menschen sind.

Das gilt auch für den Fall von Kevin Lyde. Kurz vor der Pause, als die Bonner mächtig Druck machten, beorderte der Coach seinen immer noch nicht hundertprozentig fitten Center aufs Parkett. „Ich wollte mehr Präsenz unter dem Korb haben“, sagte der Trainer. Lyde war aber anzusehen, dass er beim Laufen noch Schmerzen hatte. Die Rechnung, ihn schon wieder zu bringen, ging nicht auf, zumal der 130-Kilo-Mann dann auch noch mit dem gesunden Fuß umknickte.

Ob er am Sonnabend beim Mitteldeutschen BC überhaupt eine Option ist, steht noch in den Sternen. „Dort erwartet uns die Hölle, in Weißenfels sind die Fans richtig fanatisch“, meint Lipke. Einen Fehltritt beim starken Aufsteiger MBC können sich die Bremerhavener nicht leisten.

Der Tabellenzehnte (40 Punkte) hat nur einen Sieg weniger auf dem Konto als die Eisbären (41) und könnte mit einem Erfolg gleichziehen. Das Hinspiel gewannen die Spradley-Schützlinge – übrigens dank einer guten Verteidigung – mit 75:59.


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Vom Ergometer direkt aufs Parkett: Der Kurz-Einsatz von Center Kevin Lyde gegen Bonn zahlte sich nicht aus, Lyde knickte mit dem gesunden Fuß um. Foto eer
Artikel vom 11.03.10 - 14:18 Uhr
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