Das zu diskutierende Thema: „Sollen Mädchen und Jungen an allgemeinbildenden Schulen getrennt unterrichtet werden?“ Für die spätere Siegerin gab es darauf nur eine Antwort: „Nein, denn dem gegenseitigen Umgang miteinander kann man im Berufsleben auch nicht aus dem Weg gehen.“ Diese Meinung vertrat auch die Zweitplatzierte Sinem Acar: „In der Pubertät bilden sich Grenzen zwischen Jungen und Mädchen, die durch die Trennung niemals aufgehoben werden.“ Dagegen hielt Annika Heyen, die gemeinsam mit Melda Erciyas für den getrennten Unterricht argumentierte. So sieht sie die Trennung als logische Konsequenz aus den Unterschieden zwischen den Geschlechtern. „Für Jungen gilt: Erst machen, dann denken.“
Da das bei Mädchen anders sei, entstünden Reibungspunkte bei gemischten Klassen. Und die einzige Achtklässlerin im Feld, Melda Erciyas, verschärfte das Argument: „Jungen sind sehr dominant. Viele Schülerinnen werden gehänselt.“
Dann kam einer der entscheidenden Momente: Anabel schaute ins Publikum, rund 100 Schüler hatten sich der Aula versammelt, und forderte es auf: „Guckt euch doch mal um, wie viele Freundschaften sind alleine hier durch den gemischten Unterricht entstanden?“ Und Sinem ergänzte: „Durch die Trennung würden solche Freundschaften in Gefahr geraten.“
Die fünfköpfige Jury, bestehend aus Lehrern, Schülern und einem Vertreter der Wirtschaft, hatte alles notiert. Nach dem Ende der Redezeit berieten sie über Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft der Teilnehmerinnen – mit bekanntem Ausgang. Als Gewinner des Finals dürfen Anabel Mantey und Sinem Acar am 12. April am Landesfinale in Bremen teilnehmen. Organisator Manfred Kandsorra teilte ihnen zudem mit, dass sie ein dreitägiges Rhetorikseminar gewonnen haben. Dort werden sie zum ersten Mal auf die Bremer Konkurrenz treffen.
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