All das hielt den Kursus „Darstellendendes Spiel“ des 13. Jahrgangs des Lloyd-Gymnasiums 99 Jahre später nicht davon ab, das Stück zu inszenieren. Unter der Leitung von Holger Ryfisch entstand in vier Monaten Arbeit ein etwa 75-minütiges „Mysterium in fünf Akten“, wie Frank Wedekind sein Werk selbst nannte.
In dem Stück geht es um die Reise der Franziska durch ihr eigenes Leben. Geboren von einer konservativen Frau, die für die Ehe war, schwor Franziska schon in jungen Jahren, nie als Frau in die Ehe zu gehen. Sie möchte ihr Leben leben, es in vollen Zügen genießen, doch sieht als Frau zu wenige Möglichkeiten dafür.
Der dubiose Veit Kunz versprach ihr, sie für zwei Jahre zum Mann zu machen, doch auch das machte Franziska nicht glücklich. Zum Schluss endete sie als die Frau, die sie nie sein wollte: Eine Hausfrau mit Kind, die aber erkennt, dass Lust und Versuchung nicht alles im Leben sind. Insgesamt skizziert „Franziska“ die Rolle der Frau in der Gesellschaft und die Probleme einer zwischenmenschlichen Beziehung.
Wedekinds letztes Stück faszinierte im „TiF“ in zwei Vorstellungen insgesamt 200 Menschen. Diese wenigen gingen gleichwohl allesamt mit dem Gefühl nach Hause, ein Kunstwerk aus dem Land der Dichter und Denker gesehen zu haben.
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