Arbeiten im Tourismus- und Freizeitbereich – das klingt für viele nach Faulenzen am Strand und Urlaubs-Gaudi. Doch auch wenn es für Milena Kaiser der Traumberuf ist – Arbeit ist es trotzdem. Von Annabel Trautwein
380_008_3388767_98stellenmMilena Kaiser und ihre Kollegen betreuen Touristen aus aller Welt. Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass sich die Gäste in der Seestadt wohlfühlen. Dazu gehört nicht nur, das passende Hotel zu finden, Restaurants zu empfehlen oder den Weg zum Fischereihafen oder zur Stadthalle zu weisen. Zum Urlaub gehört auch die Vorfreude darauf. Deshalb beginnt die Arbeit der Tourismus-Profis schon vor der Abreise. Am Telefon spricht Milena Kaiser mit den Gästen über Pläne, Wünsche, Zeit und Budget. „Viele wissen noch gar nicht, was Bremerhaven alles zu bieten hat“, sagt sie. Nach und nach findet sie heraus, was die Gäste sich wünschen. Dann stellt sie einige Angebote zusammen – individuell für jeden Geschmack. Dafür muss sich die gebürtige Cuxhavenerin natürlich gut auskennen – welche Führungen bietet das Klimahaus an, wann werden im Zoo am Meer die Robben gefüttert, was führt die Seute Deern auf der Tageskarte. Auch über Angebote aus dem Umland muss sie Bescheid wissen.
Paare aus dem Landkreis, die Wattwandern wollen oder 1500 Geschäftsleute aus verschiedenen Ländern, die eine Woche in der Seestadt konferieren, wohnen, essen und ausgehen wollen – um all diese Anliegen kümmert sich Milena Kaiser. Dazu kommen große Veranstaltungen, Messen oder im Sommer die Sail. „Da läuft das Telefon auf Hochtouren“, weiß sie schon von der Lütten Sail im vergangenen Jahr. Dann gibt es noch mehr Spontan-Besucher, ausgebuchte Hotels, sie muss wissen, wo welches Schiff an- oder ablegt und muss dafür sorgen, dass bei den beliebten Segeltörns alle Passagiere an Bord sind. „Es ist toll, bei so einem Event michmachen zu können“, sagt sie. „Aber es ist auch viel Arbeit.“
Trotz Stress die Ruhe und gute Laune zu bewahren, das kann nur, wer seine Arbeit gerne macht. Freundlichkeit, Offenheit und Spaß am täglichen Kontakt mit Menschen müssen Bewerber unbedingt mitbringen – ebenso wie gute Englischkenntnisse. „Ohne Englisch geht es heute nicht mehr“, sagt auch Jochem Schöttler, Leiter der BIS Bremerhaven-Touristik. Ihm ist wichtig, dass seine Mitarbeiter aktiv auf Gäste zugehen und sich als engagierte Dienstleister begreifen. „Wir verkaufen den Menschen schließlich die beste Zeit ihres Jahres – den Urlaub.“
Bremerhaven. Hunderttausende Touristen besuchen Jahr für Jahr die Seestadt. Das Tourismus-Team der BIS kümmert sich darum, dass sie noch Jahrzehnte später von ihrem Bremerhaven-Besuch schwärmen. Auch Milena Kaiser ist als professionelle Gastgeberin dabei. Die 21-Jährige macht eine Ausbildung zur Kauffrau für Tourismus und Freizeit.
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