Um es gleich vorweg zu nehmen, nein, es ist keine gelungene Einstimmung. Nach den ersten 50 Seiten dieses Buchs fühlt man sich, als wäre man zurück in der Eiszeit. Es sind unglaublich traurige, deprimierende, melancholische, aber trotzdem genial geschriebene Geschichten, die der Franzose Olivier Adam da erzählt.
Verdammt viel muss der Leser bei diesen Geschichten leisten. Olivier Adam erklärt nichts, er erzählt einfach mitten aus dem Leben seiner Protagonisten. Die Zusammenhänge und Hintergründe lässt er einfach außen vor. So lässt er den Leser mit vielen Fragen alleine. Warum ist der Säugling von der Krankenschwester tot? Wessen Asche hat die Japanerin dabei und warum ist sie so sehr neben der Spur? Warum hat der Lehrer sich vor den Augen seiner Schüler geprügelt? Fragen über Fragen, aber Olivier Adam verweigert einfach die Antwort. So ist das Lesen seiner Erzählungen verdammt unbefriedigend.
Natürlich kann man jetzt argumentieren, es ginge bei „Am Ende des Winters“ nicht so sehr um die Inhalte. Es ginge um die Erzählweise und die Sprache, mit der der Franzose ganz wunderbar Stimmungen und Atmosphäre rüberbringt. Nur, warum müssen alle seine Geschichten so verdammt deprimierend sein? Spätestens nach drei Geschichten ist der Leser völlig mutlos, weil selbst der Auszug der Krankenschwester nicht als hoffnungsvoller Neubeginn in eine glückliche Zukunft rüberkommt, sondern mehr als allerletzer Ausweg vor dem völligen Zusammenbruch.
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